Denkbar Lectures 2002
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- Kategorie: Archiv
- Veröffentlicht am Sonntag, 22. Januar 2012 00:26
- Geschrieben von Super User
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| Heilserwartungen und Zerstörungsphantasien der Menschen Wege und Irrwege im Neuen Jahrtausend Hans-Jürgen Heinrichs, der im Mai 2002 mit dem ersten "Denkbar-Preis für Dialogisches Denken", ausgezeichnet wurde, wird in diesem und im nächsten Jahr insgesamt sechs lectures in der DENKBAR halten.
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| 1. lecture 3. Juli 2002, 20:00 Uhr Die "Achse des Bösen". Auf den Spuren eines politischen und obsessionellen Mythos Der Mythos von der "Achse des Bösen" wird als Beispiel für die unheilvolle Praxis politischer Dämonisierung interpretiert. 2. lecture Die vielfältigen Anwendungs- und Missbrauchsmöglichkeiten der Genforschung und die Terroranschläge auf das World Trade Center und das Pentagon waren zu Beginn des neuen Jahrtausends die beiden großen Herausforderungen für den westlichen Menschen und sein kulturelles, sein anthropologisches Selbstverständnis. So stellte sich für die Kulturwissenschaften mit Nachdruck die Frage, wie sie in einer Situation wieder an Bedeutung gewinnen können, in der die Technologien, Naturwissenschaften und Politik übermächtige Dimensionen annehmen und Weltwissen technologisch dominiert wird. 3. lecture Einschneidender denn je sind die Möglichkeiten des Menschen, sich in die Schöpfung einzumischen. Deutlicher als je zuvor erscheint das Schöpferische im Zeichen der Bedrohung und der Tragödie. |
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| 4. lecture 27. März 2003, 20:00 Uhr „Gott spielen heißt noch nicht Gott sein“ Gentechnische Schöpfungsphantasien am Abgrund? Die augenblicklichen Erfolge in der mit rasanter Geschwindigkeit sich entwickelnden Genforschung fallen in eine Zeit, da sich die Epoche der Post- und Nachmoderne verabschiedet hat. Eine an Utopien und Visionen noch arme Phase hat begonnen und füllt sich langsam mit Ideen und Phantasien vom neuen, gentechnisch manipulierten Menschen. Hans-Jürgen Heinrichs unternimmt den Versuch, die Traditionen in der Schaffung eines künstlichen Menschen zu vergegenwärtigen. So sollen die Phantasien und Konstruktionen eines „achten Schöpfungstages“ einsichtig werden. |
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| 5. lecture 24. April 2003, 20:00 Uhr Permanenter Krieg und geklonte Menschen Schreckensvisionen oder Realität Krieg und Frieden, Krankes und Gesundes sind in eine ganz neue Nähe zueinander gerückt. Die konventionellen Koordinatensysteme, in denen wir bisher diese für die Zukunft des Menschen zentralen Phänomene betrachteten, sind zerbrochen. Krasser denn je stehen sich Schreckensvisionen und Heilserwartungen gegenüber: permanenter Krieg und der geklonte Mensch. Krieg erscheint dabei der westlichen Welt in der Form des Terrors als unheilvolle Bedrohung, in der Form des Antiterrorkrieges jedoch als Rettung der Zivilisation. Gleichermaßen kann auch die „Waffe“ der Genforschung als Rettung und als Zerstörung betrachtet werden. Herfried Münklers Charakterisierung der neuen Kriege – sie führen sich selbst, und die an ihnen Beteiligten werden geführt – trifft auch auf die Genforschung zu. Damit ist diese Reihe der Denkbar-lectures von Hans-Jürgen Heinrichs abgeschlossen. Der zwischen Gesellschaftstheorie, Human- und Biowissenschaften geführte Dialog wird im Herbst mit einer von Hans-Jürgen Heinrichs konzipierten Vortrags- und Gesprächsreihe, unter dem Titel Krieg und Genforschung die großen Herausforderungen im Neuen Jahrtausend, fortgesetzt. Dem Ethnologen und Schriftsteller Hans-Jürgen Heinrichs wurde im Jahr 2002 der erste DENKBAR-Preis für dialogisches Denken verliehen. |



